Die Wahl des Laienanalytikers

Im Hinblick auf die Ausbildung ist und bleibt die Scuola di Psicanalisi Freudiana im internationalen Panorama der Psychoanalyse immer ein traditioneller Verein für Bildung und Forschung. In diesem Sinn handelt es sich bei der Scuola um einen Verein für Laienanalytiker, d.h. für Psychoanalytiker ohne medizinische oder psychologische Vorbildung, auch wenn der Verein sowohl Ärzte als auch Psychologen zu seinen Mitgliedern zählt und nicht zum Kreis der Verbände gehört und auch nie gehören wollte, die eine psychologische oder psychotherapeutische Ausbildung anbieten.

Der Grund für diese Entscheidung, sich selbst aus dem Geltungsbereich des italienischen Gesetzes 56/89 (über die Einrichtung des Berufsregisters für Psychologen und die Regelung der Psychotherapie) auszuschließen, liegt in erster Linie in der Tatsache begründet, dass die Scuola die vom Staat geforderte psychotherapeutische Ausbindung für unzureichend und im Wesentlichen ungeeignet und limitativ im Hinblick auf eine angemessene psychoanalytische Vorbereitung hält. Die Scuola spricht sich nicht gegen Regelungen aus, die den von der italienischen oder europäischen Gesetzgebung für das Ausüben freiberuflicher Tätigkeiten vorgegebenen Bestimmungen entsprechen, ist aber der Ansicht, dass das italienische Gesetz 56/89 für einen anderen Geltungsbereich als die Psychoanalyse verfasst worden ist, wie der Gesetzgeber* selbst ausdrücklich eingeräumt hat, und deshalb ungeeignet ist, die Integrität, Erfahrung, Praxis und analytische Forschung zu wahren.

Allgemeine Zulassungskriterien

Die Schule lässt Personen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund für die psychoanalytische Ausbildung zu, nach einem oder mehreren Gesprächen mit dieser Person, die den Zweck haben, den tatsächlichen Bildungsstand und die Moral des Bewerbers sowie sein psychisches Gleichgewicht zu prüfen.

Wenn diese Tests zufriedenstellend verlaufen sind, wird gemeinsam mit dem Bewerber ein Studienprogramm festgelegt, das seinen speziellen Lernbedarf berücksichtigt. Das Studienprogramm wird von einem oder mehreren Mitgliedern der Scuola betreut. Der Bewerber erhält selbst die Mitgliedschaft und muss nur den jährlichen Mitgliedsbeitrag bezahlen, da die Betreuung während des Studiums ehrenamtlich erfolgt. Der Bewerber ist dazu angehalten, sich an allen, von der Scuola geplanten Aktivitäten zu beteiligen, wie Kurse, Gruppenstudien, Seminare, Konferenzen und Kongresse und Studientage, und an den Veröffentlichungen der Schule mitzuarbeiten. Der Bewerber muss mindestens eine Sitzung mit einem Psychoanalytiker der Schule seiner Wahl durchführen, um direkte Erfahrungen mit den Mechanismen des Unterbewusstseins zu sammeln. Sollte die Zulassungskommission der Ansicht sein, dass Bildungsstand und Moral des Bewerbers ausreichend sind, das psychische Gleichgewicht des Bewerbers aber in der Zukunft keine korrekte Ausübung seiner Funktion als Psychoanalytiker erlaubt, ist der Bewerber dazu angehalten, sich einer effektiven Psychoanalyse zu unterziehen, die er auch beenden muss.

Wenn Bildung und psychisches Gleichgewicht des Bewerbers dann ausreichend sind, um den Beruf des Psychoanalytikers ehrenhaft auszuüben, wird der ermutigt und unterstützt, diesen Weg zu gehen. Für einen angemessenen Zeitraum danach ist der Bewerber angehalten, seine klinischen Fälle regelmäßig im klinischen Seminar mit einem oder mehreren Kollekten zu diskutieren, um sichere fachliche und klinische Verfahren zu erlernen. Auch diese Betreuung erfolgt ehrenamtlich durch Mitglieder der Scuola.

Personen, die bereits an anderer Stelle eine psychoanalytische Ausbildung erhalten haben oder der Ansicht sind, diese Ausbildung erhalten zu haben, und sich als Mitglied bei der Scuola anmelden wollen, werden von einer ad hoc eingesetzten Kommission geprüft, die ihre Qualifizierung anhand der in der Scuola gültigen Standards prüft. Damit die Kommission ihr Urteil abgeben kann, ist in jedem Fall eine persönliche Analyse über einen gewissen Zeitraum hinweg erforderlich, die auch nach Annahme des Bewerbers noch weitergeführt werden kann.

Ausbildungsstandard

Der qualitative Standard der Scuola ist sehr hoch und der Bewerber sollte sich deshalb bewusst sein, dass die Ausbildung intensive Studien und Engagement erforderlich macht. Für die Ausbildung eines Psychoanalytikers sind eine umfangreiche und vielseitige Bildung und ein persönliches analytisches Training erforderlich entsprechend der Ausrichtungen und Anweisungen, die historisch aus der internationalen psychoanalytischen Bewegung und vom Gründer der Psychoanalyse selbst vorgegeben sind. Nach Ansicht von Sigmund Freud ist für die Ausübung der Psychoanalyse ein Medizinstudium weder erforderlich, noch geeignet. Die Psychoanalyse ist eine neue Wissenschaft, die im Entstehen begriffen ist, und macht deshalb einen spezifischen und neuen Studienplan erforderlich. Zu den von Freud erwähnten Studienfächern zählen Physiologie, Religionsgeschichte, vergleichende Mythologie, Literaturgeschichte, Philosophie und andere. Dazu muss man heute Linguistik, Biologie, Methodologie und Epistemologie, Psychopathologie, Anthropologie, Ethnologie und andere hinzufügen. Die Fächer, die ein Psychoanalytiker heute studieren sollte, werden nicht in den Studiengängen Medizin und Psychologie angeboten. Ein angemessener Studiengang für die erforderliche kulturelle und wissenschaftliche Bildung eines Psychoanalytikers würde einen fakultätsübergreifenden Ansatz erforderlich machen, das heißt, dass an den Fakultäten Medizin, Literaturwissenschaften und Philosophie, Biologie, Soziologie und AnderenVorlesungen besucht und Prüfungen abgelegt werden müssten.

Diese Möglichkeit bieten die Universitäten in Italien nicht. In den vergangenen Jahren hat sich die Scuola deshalb dafür eingesetzt, diese Lücke in den Studienmöglichkeiten der Universitäten zu schließen.

Der Studiengang für den Beruf des Psychologen, des Arztes oder des Psychiaters unterscheidet sich von der Ausbildung eines Psychoanalytikers.

Da die Psychoanalyse eine Wissenschaft ist, die im Entstehen begriffen ist, macht sie keine Ausbildung zweiter Instanz erforderlich, wie zum Beispiel die Spezialisierung in den Fachgebieten Psychologie oder Medizin, sondern eine Ausbildung der ersten Instanz.

Selbstreglementierung

Die Ausbildung der Psychoanalytiker wird seit der Entstehung der Psychoanalyse von psychoanalytischen Einrichtungen und Vereinen getragen, die im vielfältigen Panorama der internationalen Psychoanalysebewegung während der bewegten Geschichte der Psychoanalyse mit den unterschiedlichsten fachlichen Ausrichtungen gegründet worden sind. Die Selbstreglementierung der Scuola für die Ausbildung der Psychoanalytiker inspiriert sich an diesen traditionellen Kriterien.

 

 

Risposta alla Memoria sulla "psicanalisi laica" 

A fine dicembre 2016 siamo venuti del tutto casualmente a conoscenza di uno scritto intitolato Memoria sulla “psicanalisi laica” a firma dei proff. Nino Dazzi e Vittorio Lingiardi, presente sul sito web dell’Ordine degli Psicologi, redatto su carta intestata del suo Consiglio Nazionale e datato 29 gennaio 2009.
Tale documento è rimasto riservato fino al 3 dicembre 2015, data in cui è stato reso pubblico.
In esso gli autori indirizzano una serie di maldestre critiche alle tesi su cui la Scuola di Psicanalisi Freudiana (SPF) fonda la propria esistenza, la propria collocazione e il proprio operato.
Qui la nostra risposta: Risposta alla Memoria sulla "psicanalisi laica" di Dazzi e Lingiardi.

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Le immagini della copertina sono tratte dal volume "Sigmund Freud, Wien IX. Berggasse 19" Thelema Edizioni.

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