Es kann nur angesichts des wissenschaftlichen Status der Psychoanalyse von einer Ausbildung gesprochen werden, denn nur wenn davon ausgegangen wird, dass die Psychoanalyse eine Wissenschaft ist, macht sie Wissenschaftler erforderlich. Das ist die Ansicht, die den Ausgangspunkt unserer Betrachtungen über die Ausbildung des Psychoanalytikers gebildet hat: Er ist weder ein Schamane, noch ein geistiger Vater, sondern schlicht und einfach ein Wissenschaftler.

Der Psychoanalytiker

Das erste, was er benötigt, sind deshalb spezielle Kenntnisse in seinem Fachgebiet. Da es - zumindest in Italien - keinen Studiengang gibt, in dem alle Fächer gelehrt werden, die ein Psychoanalytiker braucht, um seiner Aufgabe gewachsen zu sein, liegt es an unserer Scuola, diese Lücke zu schließen. Ganz im Sinne der von Freud selbst eingeführten Tradition ist die Scuola offen für Studierende mit unterschiedlichster kultureller Herkunft und ergänzt deren Grundwissen im Laufe der Lehr- und Studienzyklen mit den fehlenden Elementen. Parallel dazu verlangt die Scuola - als Vorsichtsmaßnahme, die ihre umfassende Rechtfertigung in der Theorie der Psychoanalyse findet - dass sich die Studierenden einer persönlichen Analyse durch einen der Psychoanalytiker der Scuola nach ihrer Wahl unterziehen. Weiterhin verpflichtet die Scuola die Studierenden, die klinischen Fälle, für die sie in der Anfangsphase als praktizierende Psychoanalytiker verantwortlich sind, mit mindestens einem Psychoanalytiker mit langjähriger Erfahrung zu diskutieren.

Dabei handelt es sich um nichts anderes als eine sehr strenge Auslegung der grundlegenden Aspekte in der Tradition der psychoanalytischen Ausbildung.

Psychoanalyse und Psychotherapie

Die oben stehenden Ausführungen ermöglichen uns, die Gründe darzulegen, aus denen die psychoanalytische Praxis nicht als eine rein psychotherapeutische Praxis angesehen werden kann, weshalb die Psychoanalyse nicht unter das italienische Gesetz Nr. 56 über die Ordnung des Berufs des Psychologen fällt. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Wie in der Biologie, der Chemie oder der Physik muss eine korrekte psychoanalytische Ausbildung als eine Ausbildung der ersten Instanz angesehen werden, und nicht der zweiten Instanz, wie Freud immer wieder betont hat. Kurz gesagt, sie ist keine Spezialisierung in den Fachgebieten Medizin oder Psychologie. Diese beiden Fachrichtungen sind einerseits unzureichend, da sie die grundlegenden Lehren der psychoanalytischen Kultur nicht berücksichtigen, und auf der anderen Seite zu umfassend, da ein Großteil des Lehrstoffs vom Psychoanalytiker nicht benötigt wird. Und, wie bereits gesagt, wird keiner der zurzeit an den italienischen Universitäten angebotenen Studiengänge den kulturellen Anforderungen des Psychoanalytikers gerecht. Im Gegensatz dazu arbeiten wir daran, die Psychoanalyse zu einer eigenständigen wissenschaftlichen Disziplin weiterzuentwickeln, und folgen dabei strikt den Anleitungen Freuds.

 

  • Die Technik der Psychoanalyse war immer im Wesentlichen und in erster Linie eine Untersuchungsmethode und ein Instrument zur Erkenntnisgewinnung.In einer Reihe von Fällen hat sich diese Untersuchungsmethode auch als eine optimale therapeutische Möglichkeit erwiesen. Die therapeutische Wirkung hängt in der Psychoanalyse aber unabdingbar von der Tatsache ab, dass die Erkenntnisgewinnung absoluten Vorrang hat. Mit anderen Worten, wenn das Ziel der Erkenntnisgewinnung verfolgt wird, wird auch das therapeutische Ziel verfolgt, und nicht umgekehrt. Bei einer umgekehrten Vorgehensweise gibt es keine rationale Möglichkeit, die durch Suggestion entstandenen Pseudoheilungen von den tatsächlichen Heilungen zu unterscheiden. Die ständigen Warnungen Freuds vor dem "Heilungseifer" und die Gefahr, das Erkenntnisziel mit dem Heilungsziel zu verwechseln, belegen dies eindeutig. Damit das Heilungsziel erreicht werden kann, muss es deshalb zweitrangig bleiben. Das bedeutet, dass die psychoanalytische Behandlung nicht als reine Psychotherapie definiert werden kann, ohne ihren grundlegenden und wesentlichen Aspekt zu verlieren, und zwar die wissenschaftliche Forschung, die das wahre pulsierende Herz der analytischen Praxis ist.

 

Risposta alla Memoria sulla "psicanalisi laica" 

A fine dicembre 2016 siamo venuti del tutto casualmente a conoscenza di uno scritto intitolato Memoria sulla “psicanalisi laica” a firma dei proff. Nino Dazzi e Vittorio Lingiardi, presente sul sito web dell’Ordine degli Psicologi, redatto su carta intestata del suo Consiglio Nazionale e datato 29 gennaio 2009.
Tale documento è rimasto riservato fino al 3 dicembre 2015, data in cui è stato reso pubblico.
In esso gli autori indirizzano una serie di maldestre critiche alle tesi su cui la Scuola di Psicanalisi Freudiana (SPF) fonda la propria esistenza, la propria collocazione e il proprio operato.
Qui la nostra risposta: Risposta alla Memoria sulla "psicanalisi laica" di Dazzi e Lingiardi.

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Le immagini della copertina sono tratte dal volume "Sigmund Freud, Wien IX. Berggasse 19" Thelema Edizioni.

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